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Ich kann sehr gut nachempfinden, wie es Ihnen geht, weil ich selbst seit meinem 15. Lebensjahr an Psoriasis erkrankt bin. Es gab immer wieder Phasen, in denen es mir unerträglich erschien, mit so einer Krankheit leben zu müssen. Ich bildete mir ein, jeder starre mich an. Dann hatte ich Zeiten, da ging es mir so gut, dass ich die Schuppenflechte fast völlig vergessen hatte. Dieses Auf und Ab erleben allein in Deutschland zwischen 1,5 und 2,5 Millionen Menschen, davon 200.000 Kinder und Jugendliche.
Die Schuppenflechte ("Psoriasis") ist leider eine "chronische" Krankheit, d.h. sie wird nicht eines Tages abgeheilt und dann für immer weg sein. Ich habe nur vereinzelt von Menschen gehört, die eindeutig Psoriasis hatten und bei denen sie geheilt werden konnte. Kaum einer von uns wird dazu gehören. Aber wir können einiges tun, um die entzündeten Stellen einzudämmen oder für einige Zeit völlig erscheinungsfrei zu bleiben. Diese Zeiten sind wichtig für unser Selbstbewusstsein. Ärgerlicherweise kommt die Schuppenflechte früher oder später dann doch wieder heraus. Mal sehr schlimm, mal weniger schlimm. Darauf sollten wir gefasst sein.
Es hat bei mir einige Jahre gedauert, bis ich akzeptiert habe, mit dieser Krankheit zu leben. Es ist schwer, sich damit abzufinden. Dieses Schicksal teilen wir mit allen Menschen, die chronisch erkrankt sind. Je eher wir unseren Frieden mit dieser Krankheit schließen, desto weniger müssen wir daran verzweifeln. Es ist völlig falsch, sie „mit allen Mitteln“ bekämpfen zu wollen. Es gibt (noch) kein Mittel dagegen, und deshalb wird man nach jedem gescheiterten Versuch erneut enttäuscht sein. Das frisst sich in die Seele und macht uns depressiv. Wenn wir mit klarem Verstand an unsere Psoriasis herangehen, stärken wir dadurch auch unsere Psyche. Verzweifelt und unsicher ist nur derjenige, der sich nicht auskennt und falsche Hoffnungen hegt. Wissen ist die beste Grundlage dafür, so eine lebenslange Krankheit wie die Schuppenflechte auch psychisch bewältigen zu können. Viele schaffen das nicht allein und sollten sich professionelle Hilfe suchen. So etwas bieten Psychologen an. In manchen Städten gibt es auch schon Patientenschulungen für Psoriatiker.
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