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Schuppenflechte im Alter

Was ist anders?

Bei 1/3 der Psoriatiker bricht die Schuppenflechte erst aus, wenn sie über 40 Jahre alt sind. Meist verläuft die Krankheit nicht so aggressiv, wie bei Jüngeren. 

Wer eine Schuppenflechte hat, leidet oft zugleich an Begleit-Erkrankungen. Weitere Einzelheiten an dieser Stelle. Berichten Sie Ihrem Arzt, welche Beschwerden Sie noch haben. Nur er kann entscheiden, welche Ihrer Krankheiten unbedingt mitbehandelt werden muss, damit die Psoriasis zurückgeht. 
 
Ältere Menschen müssen oft mehrere Medikamente nehmen. Einige typische Wirkstoffgruppen verstärken die Schuppenflechte, andere lösen sie aus. Einzelheiten finden Sie an dieser Stelle. Nennen Sie Ihrem Arzt alle Medikamente, die Sie einnehmen. Nur er kann entscheiden, ob die enthaltenen Wirkstoffe die Psoriasis beeinflussen und welche Alternativen es gibt. 
 
Den natürlichen Prozess der Hautalterung kann man nicht stoppen, sondern nur verlangsamen. Im Alter wird der gesamte Körper schlechter durchblutet, also auch die Haut. Dadurch werden die Hautzellen weniger mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Das Fettpolster in der Unterhaut nimmt ab. Die Hautdrüsen sind weniger aktiv und produzieren nicht genug Fett und Feuchtigkeit. Die Haut selbst ist nicht mehr so in der Lage, Feuchtigkeit zu binden, wie früher. Deshalb haben ältere Menschen eine trockenere Haut. Trockene Haut aber fördert die Schuppenflechte und verstärkt den Juckreiz. Das Bindegewebe verliert elastische Fasern. Dadurch ist die Haut weniger glatt, weniger weich und weniger elastisch. Es bilden sich Runzeln und Falten. 
  • Pflegen Sie die Haut mindestens einmal pro Tag mit Wasser-in-Öl-Emulsionen oder lipidreichen Öl-in-Wasser-Emulsionen. Sie sollten feuchtigkeitserhöhende Wirkstoffe enthalten, z.B. 10 % Harnstoff (Urea). 
  • Verzichten Sie auf alkoholhaltige Tinkturen (wie z.B. Franzbranntwein oder Arnika-Tinkturen). Sie trocken die Haut stark aus. 
  • Verzichten Sie auf ausgedehnte und heiße Dusch- oder Wannenbäder. 
  • Verwenden Sie nur milde, seifenfreie Reinigungsprodukte, mit rückfettenden Bestandteilen. Seife, Schaumbäder oder Waschlotionen entfetten die Haut. Die Feuchtigkeit entweicht dadurch schneller. 
  • Meiden Sie Klimaanlagen und stark beheizte Räume bzw. sorgen Sie für genügend Luftfeuchtigkeit. 
  • Trinken Sie viel, möglichst 2 Liter (Wasser) pro Tag. Kaffee entzieht dem Körper Flüssigkeit. 
  • Hören Sie auf zu Rauchen. Rauchen verringert die Durchblutung, auch die der Haut. 
Bestimmte Krankheiten brechen im Alter eher aus und sind leicht mit Psoriasis zu verwechseln: 
  • Nagelpilz an Händen und Füßen oder Pusteln an der Handfläche oder Fußsohle
  • Tumore an der Haut
  • T-Zell-Lymphome (Lymphozyten-Ansammlung in der Haut)
Bestehen Sie auf einer sicheren Diagnose. Im Zweifelsfall bitten Sie den Arzt, eine Hautprobe im Labor nach Psoriasis untersuchen zu lassen. 
 
Ältere Menschen infizieren sich schneller mit Pilzen, wenn sie fettleibig sind, an Durchblutungsstörungen (z.B. der Füße) leiden, sich weniger bewegen, bettlägrig sind, ihre Körper nicht mehr so umfassend pflegen können oder sich eher anstecken, weil sie Medikamente nehmen, die das Immunsystem schwächen. Hefepilze (Candida albicans) aber fördern die Schuppenflechte. Lassen Sie sich auf Hefepilze testen, wenn Sie einen starken Psoriasis-Schub haben und Sie zur „Risikogruppe“ gehören. 
 
Im Alter funktionieren Nieren und Leber nicht mehr so gut, d.h. sie scheiden Giftstoffe schlechter aus. Medikamente können dann stärkere Nebenwirkungen haben. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, ob Sie mit niedrigeren Medikamenten-Dosierungen auskommen, als es im Beipackzettel für Erwachsene angegeben ist. 
 
Jeder weiß, dass durch Sonnenbäder die Haut schneller altert. Das ist für Psoriatiker manchmal schwer zu steuern, weil Ultra violettes Licht die Schuppenflechte zurück drängt. Wenn Sie lebenslang Ihre Psoriasis mit natürlichem oder künstlichem UV-Licht behandelt haben, müssen Sie damit rechnen, Hautkrebs zu bekommen. Im Frühstadium ist ein schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) meist behandelbar. Bei Basaliomen und bei Spinaliomen wird der Wirkstoff Imiquimod (Aldara® 5% Creme) erfolgreich eingesetzt. Kontrollieren Sie Ihre Haut regelmäßig oder lassen Sie sie nach auffällige Hautveränderungen absuchen. Zeigen Sie Ihrem Hautarzt verdächtige Stellen. 
 
Lassen Sie sich nur dann mit UV bestrahlen, um Psoriasisstellen zu behandeln - nicht vorbeugend und nicht, um lediglich den gegenwärtig (guten) Hautzustand zu erhalten. 
 
Literatur: 
Hautkrankheiten und Hautpflege im Alter 
von Otto P. Hornstein, Matthias S. Gruschwitz, Eckart Haneke 
Preis: EUR 164,00 
Sehr teuer! Kann man gebraucht, z.B. im Internet, kaufen. 
 
Mit freundlicher Unterstützung von Dr. med. Martin Miehe, Berlin-Tegel
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