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Diät bei Schuppenflechte

Für die Schulmedizin gibt es keine eindeutige Diät, bei der nachgewiesen ist, dass sie die Psoriasis zurückdrängt. Naturmediziner dagegen bestehen darauf, dass nur derjenige langfristig seine Psoriasis im Griff hat, der seine Ernährung umstellt. Es ist bekannt, dass einzelne Nähr- und Vitalstoffe, Vitamine und Genussmittel auf die Haut und auf Entzündungsprozesse wirken. Ob sie dann die Psoriasis tatsächlich beeinflussen, ist nicht bewiesen. Manche Diätexperten empfehlen etwas, von dem andere wiederum abraten. Probieren Sie am besten aus, welche Ernährungsvorschläge Ihnen gut tun und welche nicht. Aber erwarten Sie nicht zu viel: Mit einer gesunden, vollwertigen Ernährung allein werden Sie Ihre Schuppenflechte nicht bessern können. Es ist immer die Summe aller Maßnahmen, die Ihren Gesundheitszustand letztendlich verbessert: Therapie, Hautpflege, Diät, innere Zufriedenheit, wenig Stress, ausreichend Schlaf, wenig Alkohol und Nikotin und viel Bewegung (Sport). Sie sollten Ihre Krankheit als Chance nutzen, schlechte Gewohnheiten allmählich abzulegen. Methoden wie „Ordnungs-Therapie“ oder „Mind-Body-Medicine“ helfen Ihnen dabei. Wenn Sie sich für eine der unten aufgeführten Diäten entscheiden, sprechen Sie das bitte unbedingt vorher mit Ihrem Arzt ab, damit sich langfristig keine Mangelerscheinungen einschleichen.
 
Naturheilkundler sanieren bei Psoriatikern am Anfang einer Diät den Darm. Der soll gereinigt, entschlackt und entgiftet werden. Dazu dienen Darmreinigungen oder Fastenkuren, selbstverständlich unter ärztlicher Betreuung. Gerade bei schweren Verlaufsformen der Psoriasis ist eine Fastenkur sinnvoll. In der esoterischen Medizin testet die Kinesiologie, welche Nahrungsmittel oder Zubereitungsformen in individuellen Fällen zu neuen Schüben oder Juckreiz führen. Die "Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie" hat diese Methode in einer Doppel-Blind-Studie widerlegt
 
Einige der vorgeschlagenen Nahrungsstoffe können im Einzelfall Allergien auslösen (z.B. Soja). Erwarten Sie keine Wunder. Da nicht alles bei jedem gleich wirkt, sollten Sie selbst beobachten, auf welches Lebensmittel ihre Haut oder Ihre Gelenke reagieren. Machen wir uns nichts vor: Es ist ungeheuer schwierig, Ess- und Trinkgewohnheiten zu ändern. Das geht nur allmählich und setzt voraus, dass Sie sich nicht zu hohe Ziele setzen. Wer sich zu einer drastischen Diät zwingt, kann schnell an Lebensqualität verlieren. Methoden der sanften Umstellung sind die "Body-Mind-Medicine" und die "Ordnungstherapie".
 
Allgemeine Ernährungsrichtlinien für Psoriatiker
 
• Fettzufuhr strikt reduzieren, vor allem tierische Fette. Mehr ungesättigte Fettsäuren (Omega-3) von See- oder Kaltwasserfischen wie Makrelen, Heringe oder Lachs oder Sardinen. Frischer Fisch ist zu bevorzugen, weil er andere wertvolle Nahrungsstoffe enthält, z.B. das wichtige Vitamin D. Aber konservierter, eingelegter, gekochter oder gepökelter Fisch enthält genauso viel Omega-3-Fettsäuren. Weniger gesättigte Fettsäuren aus Fleisch, Wurst, Butter, Käse oder Bratfette wie Kokosfett. 
 
• Lebensmittel mit viel Arachidon-Säure sollten unbedingt vermieden werden, weil sie Entzündungen fördern. Diese ungesättigte Fettsäure findet man in allen tierischen Produkten, vor allem aber in Schweineschmalz, Schweineleber, Eigelb, Thunfisch und Leberwurst, aber auch Kuhmilch. Zucker beschleunigt die Aufnahme von Arachidon-Säure im Körper, linolsäurehaltige Pflanzenöle (Sonnenblume, Distel) unterdrücken deren natürliche Gegenspieler (z. B. Omega-3-Fettsäuren). Quelle: Wikipedia
 
• Nur kaltgepresste Öle sind ohne Hitzeeinwirkung und chemische Zusätze hergestellt. Hochwertige Pflanzenöle und -margarinen dürfen niemals stark erhitzt werden, weil dadurch die Fettsäuren verändert werden. Je nach Fettsäure werden Entzündungen im Körper gehemmt oder gefördert.
 
• Vollwertige Ernährung heißt Vollkorngetreide, Sojabohnen, Kartoffeln, tägliches Gemüse, Obst und gekeimtes Getreide. 
 
• 1/3 der pflanzlichen Lebensmittel als Rohkost zu sich nehmen, weil erhitzte Speisen weniger Vitalstoffe enthalten. Tiefgefrorenes ist zu unrecht verschrien, weil es "schockgefroren" ist und weniger Nährstoffe verloren gehen, wie bei langen Transportwegen. Frischobst und rohes Gemüse nicht zerkleinern oder erst nach dem Waschen bzw. kurz vor dem Garen schneiden. Damit bleibt die Angriffsfläche von Luft und Wasser gering. Gemüse und Obst gründlich aber nicht zu lange waschen und nicht in Wasser stehen lassen, weil sonst wasserlösliche Vitamine verloren gehen. Kartoffeln mit der Schale zubereiten. Flüssige Rohkost sind naturbelassene Obst- und Gemüsesäfte. Lebensmittel, die nicht roh verzehrt werden, sollten schonend zubereitet werden (z.B. im Dampfkochtopf). Fest schließende Deckel, damit Vitamine nicht verfliegen. In wenig Flüssigkeit garen und Kochwasser als Suppe oder Sauce verwenden. 
 
• Psoriatiker benötigen mehr Eiweiß, weil auf den Krankheitsherden (Plaques) viel davon verloren geht. Tierisches Eiweiß meiden. Stattdessen sollten Sie gesäuerte Milch und daraus hergestellten Produkte zu sich nehmen, vor allem aus rechtsdrehender Milchsäure. Aber auch Hülsenfrüchte, vor allem Soja decken den Bedarf. 
 
• Ausreichend Ballaststoffe, weil der träge Darm im Verdacht steht, die Psoriasis zu fördern. 
 
• Kräuter und Zwiebelgewürze, z.B. vom Fensterbrett, keine Gewürze aus Samen oder Blütenstand (Nelken, Kümmel, Senf, Muskatnuss, Zimt), keine Gewürze mit chemischen Zusätzen, Konservierungsmittel oder Zucker.
 
• Wenig oder keinen Zucker, weil der ein Vitamin B-Räuber ist und den Hefepilz Candida albicans ernährt. Zucker beschleunigt die Aufnahme von entzündungsfördernder Arachidon-Säure im Körper.
 
• Hautkranke brauchen viel Vitamin A. Das ist der Schutzstoff der Haut und der Hornhaut, ist wichtig für die Erneuerung der Zellen und gegen trockene, rauhe, spröde und faltige Haut. Empfohlen ist täglich 4 mg Beta-Caroten z. B. durch 100 g gekochten Grünkohl, Spinat oder Karotten, aber auch aus Orangen, Tomaten, Paprika und Mais. Vitamin A findet man ebenfalls in Milchprodukten. 
 
• Eine Tagesration von 14 mg Vitamin E, z. B. durch einen Teelöffel Weizenkeimöl, einen Esslöffel Sonnenblumenöl oder 60g Haselnüsse. Es stimmt leider nicht, dass Broccoli, Karotten oder Wirsing vor Krebs schützen. 
 
• Jod sorgt dafür, dass die Haut nicht austrocknet und ist im Jodsalz enthalten. 

• Wenn das Spurenelement Zink fehlt, führt das zu schubweisen Hautveränderungen. Lassen Sie bei Gelegenheit Ihren Zinkspiegel messen. 
 
• Viel trinken zum Beispiel Wasser oder grünen Tee. Trinken Sie täglich mindestens 1 l Mineralwasser zusätzlich. Wassermangel führt zu sichtbar trockener, fader und welker Haut. Wenig oder kein Alkohol verbessert den Hautzustand. Manche behaupten, Kaffee verdünnt die Haut. Ein generelles Verbot von Wein und anderen Traubenprodukten ist aus schulmedizinischer Sicht unbegründet. 
 
• Übergewicht unbedingt vermeiden, denn Schwitzen, Reibung und starke Gelenkbelastung fördern die Psoriasis. Es ist erwiesen, dass das Bauchfett Entzündungsprozesse im Körper anfeuert. Fettleibigkeit (Adipositas) ist eine Begleiterkrankung der Psoriasis.
 
 
Spezielle Diäten 
Keine dieser Diäten kann für sich beanspruchen, deutlich und allgemeingültig die Psoriasis abzumildern. Für jeden dieser Ansätze gibt es positive Erfahrungsberichte, die aber auch Placebo-Effekte sein können. Wir empfehlen, sich seriös und aktuell über die jeweilige Diät zu informieren und selbst zu entscheiden, ob man sie ausprobieren will.
 
Weitere Hinweise auf Broschüren mit Ernährungstipps und Rezepten finden Sie hier unter Tipps.
 
Hefepilz-Diät
Der Darmpilz Candida albicans steht im Verdacht, Psoriasis-Schübe zu fördern. Daraus leitet sich eine zuckerfreie und kohlehydratarme Kost ab. Kein Zucker, keine zuckerhaltigen Lebensmittel, keine süßen Früchte, keine Frucht- und Obstsäfte, keine Rote Grütze. Süßstoff ist erlaubt! Wenig Kartoffeln, Nudeln, Reis, Weißbrot, Brötchen, Toast, Bohnen, Linsen, Erbsen, Öle, Fette. Stattdessen sauer, salzig, würzig, faser- und ballaststoffreich: Salatblätter und -sprossen mit Essig, Zitrone, Joghurt und Kräutern, Gemüse, Pilze, geronnene Milchprodukte wie Dickmilch, Buttermilch, Kefir, Molke, Quark, Eiergerichte, Wurst, Fleisch, Geflügel, Fisch, Mineralwasser, Gemüsesäfte, Bier, trockener Wein, Sekt, Kaffee, Tee, Nüsse, Knäcke- und Knusperbrot. 

Getreidelose Diät (Glutenfreie Kost)
Verzichtet auf glutenhaltige, Ge­treideeiweiß enthaltene Le­bensmittel. Drei Monate verzichtet man auf Gerste, Roggen, Weizen, Hafer, Bulgur, Getreideflocken, Couscous, Mehl, Teigwaren, Backpulver und Bier. Beraten Sie sich mit einem Arzt, bevor Sie sich entscheiden, eine glutenfreie Diät zu versuchen. 

Säurefreie und allergiearme Kost
Angenommen wird, dass wir zu viel säurehaltige, aber zu wenig basische Nahrungsmittel zu uns nehmen. Diese Diät wird besonders empfohlen bei Psoriasis Arthritis. Säuren verhalten sich im Körper immer aggressiv und führen zu Schäden, die dann auf­wän­dig ausgeglichen werden müssen. Basenspender sind Hirse, Buchweizen, Amaranth, Quinoa und vor allem Kastanienmehr. Gering säurebildend sind Gerste, Hafer und Naturreis. Kartoffeln sind hervor­ragende Basen­spender, Sojaprodukte und Salzseealgen (Blaualgen) gehören zu den stärksten. Mine­­ral­­salze können den Körper entsäuern, vor allem Natronpulver. Yucca-Pulver in einem Öl-Wasser-Gemisch verteilt die Nährstoffe im Körper am besten und entzieht hartnäckigen Pilz­erkrankungen den Boden. Heilerde und frisch gepresste Kartoffelsäfte sind gegen akute Über­säuerung des Magens. Geächtet werden „gesunde“ Lebensmittel wie z.B. Sauermilchgetränke, Früchtetees, Obstsäfte, säurereiche Mineral­wasser, saures Obst, Weizen, Roggen, Dinkel, Tomaten.

Fumarsäure-Diät (Schäfer-Diät)
Psoriasis soll dadurch hervorgerufen werden, dass im Körper zu viel Fumarsäure verbraucht wird. Deshalb sollten Lebensmittel gemieden werden, die das bewirken: Pfeffer, Gewürznelken, Senf, Muskat, Kümmel, Anis, Paprikapulver, Zimt, Haselnüsse, Walnüsse, Erdnüsse und Erdnussöle, alle Zitrusfruchtschalen, Traubenweine und entsprechend Produkte, Käsesorten mit Schimmelpilz an der Oberfläche. Auch sollte man grundsätzlich auf Fertigmenüs, Tiefkühlkost, Kantinen- oder Restaurantessen verzichten, weil nicht zu kontrollieren ist, welche dieser Stoffe in der Industriekost enthalten sind.
Siehe auch: Abwechslungsreiche Diät bei Psoriasis: So meiden Sie persönliche Auslöser von Niels Carstensen, Günther Schäfer, Monika Brennecke

Juckreiz-Diät
Lebensmittel, die Juckreiz verstärken, sollten in akuten Situationen gemieden werden: Alkohol, stark gewürzte Speisen und Nahrungsmitteln mit hohem Histamingehalt (z. B. geräucherter Fisch, lang gereifter Käse, Rohwurst, abgehangenes Fleisch, Tomaten, Ketchup, Tomatenmark, Spinat, Avocado, Aubergine, Sauerkraut, saure Gurken, Sellerie, Rotwein, Weißwein, Sekt, Dessertwein, Likör, Bier, Geliermittel, Emulgatoren, Geschmacksverstärker, Anti-Oxidationsmittel, Süßstoff. Manche meiden generell scharfe Gewürze, Bitterschokolade, scharfen Käse, nur konzentrierten Alkohol, starken Bohnenkaffee oder schwarzen Tee. 

Schaukel- oder Zick-Zack-Diät (DPB)
JedeVeränderung verbessert den Hautzustand. Die Ernährung soll alle vier bis sechs Wochen umgestellt werden, indem man in diesem Zeitraum nur noch die folgenden der fünf Lebens­mittelgruppen zu sich nimmt: 1. saure Speisen (Sauermilch, Sauerkraut), 2. Diätkur-Molke aus dem Reformhaus beziehungsweise täglich einen Liter Buttermilch, 3. fleischfreie Ernährung (erlaubt ist Truthahnfleisch), 4. fettfreie Ernährung oder 5. vegetarische Ernährung (keinerlei tierische Lebensmittel, also auch keine Milchprodukte).

Hajek-Therapie
Orientiert sich an den Grundprinzipien der Kneippkur. Leicht verdauliche Nahrung unter sehr geringer Verwendung tierischer Fette (incl. Butter und Vollmilch), keine reizbare Speisen und Genussmittel wie Kaffee, Alkohol, harte Käsesorten und reizende Nahrungsmittel, wie Knoblauch, Zwiebeln, Paprika.

Milch-Semmel-Kur (Mayrkur) 
Essvorschriften nach Dr. Mayr, d.h. ausschließlich altbackene Semmeln, altes Weißbrot oder Knäckebrot. Dazu 1 l Butter- oder Sauermilch, Mineralwasser, Obst- u. Gemüsesäfte, ungesüßter Kräutertee. Ggf. Glaubersalzlösung.

Psoriasis Arthritis (PsA)
Es gelten die gleichen Diätempfehlungen, wie für Rheumakranke. Aber auch für die PsA sagen alle Experten, dass es nicht  d i e  Rheuma-Diät gäbe.

 

 

 

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