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Wehrdiensttauglich?

Müssen Psoriatiker Grundwehrdienst leisten?

 
Der übliche Ablauf bis zur Einberufung besteht aus sechs Stufen:
  1. Erfassung des Wehrpflichtigen 
  2. Musterung 
  3. ggf. Antrag auf Kriegsdienstverweigerung 
  4. Eignungsuntersuchung (nur bei Wehrdienst) 
  5. Vorbenachrichtigung und Einberufung
  6. Wehrdienst 
Wer aus gesundheitlichen Gründen vom Grundwehrdienst befreit werden will, muss das auf der Stufe der Musterung beantragen. Ziel des Antrages ist es, wegen Untauglichkeit „ausgemustert“ zu werden (Tauglichkeitsstufe 5). Es ist nicht sehr geschickt, erst bis zur Eignungsuntersuchung zu warten. Die sollten Wehrpflichtige durchführen, die wirklich zur Bundeswehr wollen! 
 
Zur Musterung sollte ein oder mehrere Atteste von Ärzten mitgebracht werden. Darin muss ein Mediziner ausführlich beschreiben, dass die Behinderung oder die chronische Krankheit erheblich ist. Es sei zu erwarten, dass dadurch der Wehrdienst nicht erfüllt werden kann. Außerdem ist es möglich, dass sich die Krankheit durch Tätigkeiten des Grundwehrdienstes provoziert wird und sich verschlimmert. Es wird vermutlich nicht ausreichen, nur darauf zu verweisen, dass die Psoriasis auch durch psychische Belastung verstärkt werden kann. Aber man sollte diesen Aspekt auf keinen Fall weglassen. 
 
Die "Zentrale Dienstvorschrift 46/1" enthält alle Bestimmungen für die ärztliche Untersuchung von Wehrpflichtigen bei Musterung und Dienstantritt. Die sollte man sich bei einer der regionalen Anti-Wehrpflicht-Kampagnen besorgen. Mit diesen Vorschriften im Kopf sollte man das Attest mit einem Arzt vorbereiten. Man sammelt möglichst viele Gründe aus seinem Psoriasis-Alltag, die gegen eine Wehrtauglichkeit sprechen. Zum Beispiel könnte man erläutern, dass die Stellen mindestens zweimal täglich behandelt werden müssen. Auch besteht die Gefahr, dass sich die Krankheit verschlimmern, z.B. durch Stress, durch Reibung (Koebner-/Rebound-Effekt), durch Verletzungen aber auch wegen zu wenig Sonne. Dann müsste sich der Wehrdienstleistende 3-4 x wöchentlich zur Bestrahlung begeben oder starke Medikamente einnehmen. Nicht zu vergessen ist, dass man sich tagsüber oft unkontrolliert kratzt und nur mit Medikamenten das Jucken verdecken kann. Außerdem liege man nachts wach, weil es juckt und man sich ständig kratzen muss. Zu empfehlen ist es, ein Foto beizulegen, das schlimm genug aussieht. Wenn die Psoriasis aktuell nicht so schlimm aussieht, kann man bei der Musterung darauf verweisen, dass sie normalerweise schlimmer ist. Man habe die Psoriasis aus Schamgefühl wegen der anstehenden Untersuchung mit Kortison behandelt, um sie zu unterdrücken. 
 
Wir bitten alle, die wegen ihrer Schuppenflechte vom Grundwehrdienst befreit wurden, uns einen kurzen Erfahrungsbericht (vor allem formale Wege und gute Begründungen) mitzuteilen. Nur so können wir andere junge Psoriatiker richtig beraten! 
 
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