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Zeolithe

Vulkangestein in Nano-Größe

Auf dem deutschen Gesundheits-Markt werden immer wieder Produkte angeboten, die wahre Wunder bewirken sollen. Dazu beruft man sich zum Beispiel auf die „Nano-Medizin“. Wirkstoffe in Nanogröße, das ist eine Million Mal kleiner als ein Millimeter, sollen bessere, genauere und zielgerichtete Effekte haben. Aluminium-Calcium-Silicate („Zeolith“) in Nano-Größe sollen bei Psoriasis erfolgreich wirken. Aber: Keines dieser Präparate ist als Medikament zugelassen. Offiziell dürfen die Anbieter also nicht behaupten, dass diese Mittel zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt werden darf. Unter der Hand machen sie es trotzdem! Die Einschätzungen, die uns bis jetzt vorliegen, machen uns aber eher skeptisch. 
 
Das "Zeolith Zentrum Deutschland" verweist darauf, dass man unter „neueste Erkenntnisse für die Behandlung der Psoriasis“ erfahren könne. Die Firma „Klinovital Inc.“ weist auf das Vulkangestein "Zeolith" hin, das aus Alumosilikaten besteht. Dieses Vulkangestein würde, so der Hersteller, "extrem zerkleinert". Auf diese Weise würden "superkleine Teilchen in Nanogröße entstehen. Diese Nano-Teilchen würden "schädliche Stoffwechselprodukte leicht an sich binden und die Zelle entschlacken". 
 
Das Fernsehmagazin „Panorama“ hat am 30.03.06 ein sehr ähnliches Nahrungsergänzungsmittel, "Neosino", als "großen Bluff" entlarvt. Wichtigster Bestandteil sollen auch bei diesem Produkt "Nano-Mineralien" sein. Die sollen nicht nur leistungsfördernd sein, sondern auch gegen eine Reihe von Krankheiten helfen. Das Max-Planck-Institut in Potsdam konnte aber in diesem Präparat keine Nano-Teilchen finden. Die von der Firma beschriebene Herstellungstechnik lasse, so das Fernsehmagazin, eine Zerkleinerung auf "Nano-Größe" überhaupt nicht zu. Dazu benötige man viel aufwendigere Maschinen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit verweist darauf, dass das eingesetzte Silizium in "Neosino" nicht verkehrsfähig und eine Verwendung damit unzulässig sei. 
 
Dr. Ilja Lasaroff von der Fachklinik Schloss Friedensburg erklärte, dass in seiner Klinik das Zeolith "Klinovital" angewendet wird, um den Juckreiz zu lindern. In Salbenform könne es zur Pflege oder zur Behandlung einer leichten Psoriasis verwendet werden. Es sei aber nicht zur Therapie der Schuppenflechte gedacht. 
 
In 2005 hatte er uns mehrmals das Zeolith-Produkt "Megamin" empfohlen. Davon wollte er aber ein Jahr später nichts mehr wissen. "Da hat es ein paar Unregelmäßigkeiten gegeben!", so Lasaroff. Ein weiteres, namens "Froximun", enthalte zwar Zeolith, sei aber ebenfalls nicht seriös genug. Das von "Panorama" als Betrug entlarvte "Neosino" hätte er schon vor einigen Jahren kritisiert, weil es (beruhigendes) Brom enthalte. Das „einzig, wirklich seriöse“ Zeolith-Produkt sei "Klinovital", so Lasaroff. Es sei eine "Mono-Wirksubstanz", über die er bereit wäre, einen Vortrag zu halten. 
 
Aber: "Klinovital" ist kein zugelassenes Medikament! Aus unserer Sicht gehört es, trotz des wissenschaftlichen Anscheins, zu den "esoterischen" Mitteln. Auf der Internetseite des "Zeolith Zentrum Deutschland" fanden wir zum Beispiel folgenden, entscheidenden Hinweis: 
 
Unser Zeolith wird zur Verwendung als funktionales Lebensmittel modifiziert. Der "Klinovital, Inc." ist es gelungen, Informationen nichtstofflicher Art auf das Zeolith zu modulieren. Diese "bioenergetische Aktivierung" erfolgt mit Hilfe stoffwechselrelevanter Informationen. Der Informationsübertrag geschieht mit Hilfe verknüpfter Orgon-Technologie. Dieses Verfahren wurde zum Patent angemeldet und ist unser Unterscheidungsmerkmal zu anderen Mitbewerbern! 
 
Die "Orgon-Technologie" beruft sich auf den Psychologen Wilhelm Reich und seiner Theorie der alles steuernden Energie "Orgon". Die wollte er technisch durch so genannte "Orgon-Akkumulatoren" herstellen lassen. Das wurde aber in den USA verboten und strafrechtlich verfolgt. Reichs Theorie wurde der wissenschaftliche Charakter abgesprochen. Trotzdem gibt es weiterhin Anhänger dieser Theorie - und Gegner. 
 
Nicht sehr vertrauenswürdig erscheint uns, dass es seit Jahren zwar ein "Zeolith-Zentrum Deutschland " gibt, aber keine nachvollziehbare Adresse. Im Impressum der Internetseite erscheint lediglich eine US-Anschrift und deutsche Telefonnummern. Auf anderen Internetseiten findet man ein Postfach in Gotha. 
 
Dr. Max Daunderer, ein pensionierter Toxikologe aus München, warnt vor allem seit Jahren vor Amalgam als Zahnfüllung. Das ist bekanntlich heftig umstritten - wie auch die Aussage, dass man seine Psoriasis los wird, wenn man sich Amalgamfüllungen herausnehmen lässt. Für Daunderer ist das Zeolith-Produkt „Froximmunwirkungslos und gefährlich. Dieses Aluminium-Calcium-Silicat tauge nicht zur Entgiftung und zur Stabilisierung des Immunsystems. Im Prinzip entspräche es dem Lebensmittelzusatzstoff E 556, der weitaus billiger ist als das teure „Froximmun“. Aluminiumsalze sollten wegen der Alzheimer-Gefahr unbedingt gemieden werden. Beigemischte Zusatzstoffe seien ebenfalls bedenklich: Traubenkernextrak (kann Allergien auslösen), Carotinoid (kann für Raucher tödlich sein), Vitamin C (kann Gifte ins Gehirn transportieren) usw. Vielleicht übertreibt auch Dr. Daunderer. Aber muss man sich unnötigen Gefahren aussetzen? 
 
Auch die Nano-Technologie wird heftig kritisiert. Kein Mensch weiß wirklich, ob diese extrem kleinen Partikel nur ihre Heilfunktionen erfüllen. Dazu müsste man den Körper eines behandelten Patienten aufschneiden und unter dem Elektronenmikroskop untersuchen. Im Frühjahr 2004 haben Studien an Ratten die tödliche Wirkung von Nano- F a s e r n nachgewiesen. In die Lunge gespritzt verendeten die Tiere schon nach kurzer Zeit an ähnlichen Symptomen, wie asbestverseuchte Exemplare. Allerdings waren die Konzentrationen wesentlich höher, als bei einem Unfall zu erwarten. 
 
Wer also für solche Produkte viel Geld ausgeben will, sollte sich weder durch eindrucksvolle Werbesprüche, noch durch die Überredungskünste von „Gesundheitsberatern“ beeinflussen lassen. Informieren Sie sich vorher genau über das Pro und Contra. 
 
Marlon Getschmann
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