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Kann man einen "guten" Arzt empfehlen?

Wir, als Menschen, die selbst Psoriasis haben, können sehr gut verstehen, dass Sie verzweifelt sind. Aber wie Sie wissen, handelt es sich bei der Schuppenflechte um eine chronische, d.h. grundsätzlich lebenslange Krankheit. Nur in Einzelfällen haben es Menschen geschafft, von der Psoriasis geheilt zu werden. Aber es ist meist möglich, mit dieser Krankheit zu leben und für mehr oder weniger längere Zeit erscheinungsfrei zu bleiben. Dazu gehört viel Geduld. Oft nützt es etwas, wenn man regelmäßig die Therapien wechselt, weil es vorkommt, dass die Psoriasis nach einiger Zeit gegen ein Mittel oder eine Therapie "resistent" wird. Jeder hat seine eigene Schuppenflechte, d.h. auch jeder muss seinen sehr persönlichen Weg herausfinden, wie und von wem sie behandelt werden soll. 
 
Wir sind eine Selbsthilfegruppe und haben die Erfahrung gemacht, dass es nicht immer leicht ist zu entscheiden, welcher Arzt „gut“ und welcher Arzt „schlecht“ ist. Zum einen ist das sehr subjektiv: Jeder hat unterschiedliche Vorstellungen darüber, was er persönlich unter einem "guten" Arzt versteht. Soll der sich Zeit nehmen? Soll der immer das verschreiben, was ich ihm vorschlage? Soll der neue Medikamente an mir ausprobieren? Zum andern wollen wir uns durch öffentliche Empfehlungen keinen Ärger einhandeln. Wir haben leider nicht die Möglichkeiten der Stiftung Warentest, um Ärzte umfassend zu testen. In Berlin gibt es mehr als 200 Dermatologen. Und es sind nicht nur Hautärzte, die Psoriasis behandeln, sondern viele gehen auch zu Allgemeinmedizinern oder mit Gelenk-Psoriasis zu Orthopäden oder Rheumatologen. Wer soll das noch übersehen und wer soll seriöse Empfehlungen aussprechen? Berlin ist nicht Lüneburg. Die Frage, welcher Arzt "gut" ist, werden wir als Patientengruppe auch deshalb nicht beantworten, weil wir die daraus resultierenden Klagen der als „schlecht“ klassifizierten Ärzte nicht bezahlen könnten. 
 
Inzwischen gibt es auf der Internetseite www.Psoriasis-Netz.de eine Rubrik „Arzt bewerten“. Vielleicht finden Sie da einen Tipp für einen Berliner Arzt. Aber seien Sie sich bewusst, dass jede Wertung subjektiv ist, d.h. die persönliche Meinung eines Einzelnen. Ein anderer kann das völlig entgegengesetzt sehen. Alle Adressen, die wir über Ärzte und Beratungsmöglichkeiten weitergeben, finden Sie hier.
 
Wir empfehlen auf jeden Fall, sich gegenüber dem Arzt als „mündiger“ Patient zu verhalten: Das heißt, Sie sollten sich regelmäßig über die Behandlungen der Schuppenflechte informieren. Vieles erfahren Sie auf unseren monatlichen Treffen. Ansonsten empfehlen wir im Internet die Seite www.Psoriasis-Netz.de oder die Fachzeitschrift „PSO aktuell“. Natürlich können Sie auch ein empfohlenes Fachbuch zum Thema lesen. Da erfahren Sie grundlegende Dinge über die Schuppenflechte und ihre Behandlung, während im Internet und bei „PSO aktuell“ die neuesten Entwicklungen stehen. Eine Liste von Fachbüchern senden wir Ihnen gerne zu. 
 
Nur, wenn Sie selbst gut informiert zum Arzt gehen, können Sie ihm auch selbstbewusst sagen, welche Behandlung Sie ausprobieren und welche Sie lieber meiden wollen. Und wenn der Arzt Sie nicht so behandeln will, wie Sie es möchten, gehen Sie zu einem anderen! Sie können nicht erwarten einen Arzt zu finden, der Ihre Schuppenflechte heilt! Manchmal müssen Sie erst mehrere ausprobieren, bis Sie einen gefunden haben, dem Sie vertrauen. Das ist normal, wenn auch zeitaufwendig. 
 
Allgemein kann man sagen, dass Hautkliniken kompetente Ärzte haben. In diesen Kliniken wird man aber nur behandelt, wenn man von einem niedergelassenen Arzt dorthin überwiesen wird. Die Charité hat einmal pro Woche eine Sprechstunde für Psoriatiker bei Dr. Markus Friedrich in der Dermatologie. Aber es gibt in der Stadt viele andere gute Ärzte, die sich mit Schuppenflechte und den Problemen der Betroffenen auskennen. Nehmen Sie sich Zeit, den Arzt oder die Ärztin zu finden, die Ihren eigenen Vorstellungen am Nähesten kommt. In der Selbsthilfegruppe handhaben wir das so, dass jeder zu unserm Treffen kommt, die Anwesenden fragen darf, ob jemand einen "guten Arzt" in Wohnnähe kennt. Dann kann man noch einmal nachfragen, was demjenigen besonders an dem Arzt gefällt, warum er ihn „gut“ findet. Das ist dann ein persönlicher Tipp, für den wir nicht „offiziell“ verantwortlich sind.
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